Partnerschaft als Gesundheitsfaktor

Aktualisiert am 25.Mai 2021

Was hat die Partnerschaft mit deiner gesundheit zu tun? Warum sind Ehekriege an vielen Krankheiten schuld und ab wann ist eine Trennung besser als die Arbeit an einer gesunden Beziehung? Diese und andere Fragen beantworten wir dir in diesem Artikel.

von Redaktion
Bild zeigt Hände mit Herz in der Hand
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Glückliche und stabile Beziehungen beeinflussen maßgeblich unsere Gesundheit und damit auch unsere Lebenserwartung. Das wurde in vielen Studien belegt. Menschen in guten Partnerschaften leben länger und leiden seltener an schweren Erkrankungen. Das Gegenteil wurde ebenfalls bewiesen: Singles sind ebenso wie Partner in schlechten, zerstrittenen Ehen erhöhten Gesundheitsrisiken ausgesetzt.

Warum beeinflusst die Partnerschaft die Gesundheit?

Das Symbol für die Gesundheit von Seele und Körper ist unter anderem ein grünes Herz - ein sehr wesentlicher Faktor ist Stress. Positive Gefühle führen zu Entspannung, negative Gefühle lösen erheblichen Stress aus. In suboptimalen oder richtig schlechten Partnerschaften, aber auch in der permanenten Einsamkeit von Singles entsteht Stress, der unmittelbar das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigt, darüber hinaus aber auch zu sehr ungesunden Verhaltensweisen führt. Gestresste Menschen trinken zu viel Alkohol, rauchen, ernähren sich ungesund, schlafen schlecht, treiben oft weniger Sport und entspannen sich kaum. Drei Lebensmodelle gelten als besonders stressbeladen:

  • zerrüttete Partnerschaften mit andauerndem Ehekrieg, wobei sich die Partner wegen finanzieller und familiärer Verknüpfungen nicht trennen können oder wollen
  • permanentes, langjähriges Alleinsein von Singles
  • häufig wechselnde Partnerschaften mit immer neuen Anpassungsleistungen

Die Gefühle spielen eine erhebliche Rolle als Gesundheitsdeterminante. Krankheiten, von denen Menschen ohne oder in einer schlechten Partnerschaft betroffen sind, wirken zwar manchmal wie ein zufälliges Schicksal, doch Untersuchungen über lange Zeiträume legen nahe, dass sie unmittelbar von den negativen Gefühlen des Partnerschaftslebens oder -nichtlebens determiniert wurden. Die Gefühle beeinflussen direkt die Körperfunktionen

  • Herz-Kreislauf,
  • Blutgefäße,
  • Immunsystem,
  • Hormonhaushalt und
  • Stoffwechsel.

Darüber hinaus sind gestresste Menschen anfälliger für Unfälle. Der Sachbuchautor Christian Skalnik und der Arzt Prof. Dr. Siegfried Meryn haben gemeinsam zahlreiche Studien zu dieser Thematik gesichtet. Ihr Fazit fällt eindeutig aus: Gute Partnerschaften schaffen nicht nur gute, sondern vor allem stabile Gefühlslagen. Deren Einfluss auf unser Wohlbefinden und die Gesundheit ist so gravierend wie der Fakt, ob eine Person Raucher oder Nichtraucher ist.

Krankheit durch Ehekrieg

Nicht ganz eindeutig sind die Aussagen zur Abwägung, ob ein Singledasein dem permanenten Ehekrieg vorzuziehen ist. Das hängt in hohem Maße von der Persönlichkeit ab. Es gibt Menschen, die relativ gut allein sein können, andere wiederum kommen damit schlecht zurecht. Eindeutig erwiesen ist allerdings, dass der andauernde häusliche Streit der Gesundheit extrem schadet, weil er Dauerstress bedeutet. Dessen Folgen sind gut erforscht. Er führt zu hohem Blutdruck, in dessen Folge zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu Rückenschmerzen und schlimmstenfalls zu schweren Depressionen. Auch psychosomatische Erkrankungen werden durch unglückliche Partnerschaften ausgelöst. Dabei muss daheim nicht einmal andauernder lauter Zank herrschen. Es genügt, wenn ein Partner den anderen permanent (auch sehr subtil) kränkt oder nicht anerkennt. Von außen betrachtet scheint die Lage eindeutig zu sein: Angehörige des leidenden Partners raten ihm/ihr oft spontan zur Trennung. Doch so einfach ist es nicht. Die beiden Partner haben einmal zusammengefunden, weil sie sich erotisch und geistig sehr anziehend fanden und gemeinsame Ziele verfolgten. Das sind bei jungen Menschen die gemeinsamen Kinder, das Haus, der Wohlstand, Reisen, ein Freundeskreis und viele schöne Erlebnisse zu zweit. Auch Paare, die sich erst in höheren Lebensjahren kennengelernt haben, finden zahllose Gemeinsamkeiten, wenn auch die Kinder und das Haus wegfallen. Die erotische Verbundenheit ist eine große Macht und bleibt sehr lange erhalten, selbst wenn Streit den Alltag bestimmt. Unter solchen Umständen trennt man sich nicht leichtfertig. Doch irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem beide Partner eine tägliche Abwägung vornehmen: Lohnt sich die Beziehung noch oder sind die seelischen Kosten hierfür zu hoch? Wenn es so weit gekommen ist, sollten die Alarmglocken schrillen.

Kann ein Gefühlspanzer schützen?

Manche Menschen versuchen das. Sie legen sich das sprichwörtliche dicke Fell zu, um Kränkungen des Partner zu überhören oder nervende Angewohnheiten zu übersehen. Doch wer mit einem Gefühlspanzer in der Partnerschaft unterwegs ist, empfindet alsbald auch keine positiven Gefühle mehr. Den Gefühlspanzer benötigen wir in unserem Alltag beim Umgang mit Kollegen oder Fremden. Die Partnerschaft hingegen sollte genauso wie das Zuhause ein Hort der Geborgenheit und des Öffnens sein. Wenn das nicht mehr funktioniert, hat sie kaum noch einen Wert. Wenn dann außerdem noch ein handfester Streit ausbricht, streichen viele Menschen zuerst die geistig-emotionalen und schließlich die faktischen Segel: Sie trennen sich.

Trennung oder Beziehungsarbeit?

Ein Paar, das sich einst von ganzem Herzen geliebt hat, sollte sich nicht leichtfertig trennen. Es ist zwar eine Mode unserer Zeit, von einer Partnerschaft zur nächsten zu springen, doch diejenigen Partnerschafts-Hopper, die damit Erfahrung haben, sehnen sich nach nichts mehr als nach einer zuverlässigen, dauerhaften und natürlich glücklichen Partnerschaft. Daher darf den Paaren, bei denen die Konflikte zunehmen, zur ernsthaften Beziehungsarbeit geraten werden. Dazu gehört auch konstruktiver Streit. Nur dürfen sich die Partner dabei niemals gegenseitig verletzen. Zudem müssen sie für strittige Punkte akzeptable Kompromisse finden.

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